IMMH

11. Oktober 2017

Größter Seenotretter-Kreuzer der Welt im Museum angekommen

Die Seenotretter und das Internationale Maritime Museum Hamburg verbindet seit Jahren eine enge Freundschaft. Als Zeichen der Verbundenheit hat die Sammlung von Prof. Peter Tamm ein beeindruckendes Modell des Seenotrettungskreuzers „Hermann Marwede“ als Dauerleihgabe erhalten.

Der Seenotrettungskreuzer „Hermann Marwede“ als Modell im Maßstab 1:25.

Mit Begeisterung und Dankbarkeit wurde am 10. Oktober die Leihgabe der Seenotretter (DGzRS) im Museum in Empfang genommen. Dabei handelt es sich um ein Modell der „Hermann Marwede“ im Maßstab 1:25. Das Schiff lief 2003 vom Stapel und gilt als der größte Seenotrettungskreuzer der Welt.

Die ersten Besucher freuen sich über das neue Modell

Seit fast 15 Jahren ist die „Hermann Marwede“ vor der Insel Helgoland stationiert. Von dort kann sie mit einer Geschwindigkeit von 25 Knoten in den Schifffahrtswegen rund um das sogenannte „nasse Dreieck“ (Mündungen der Elbe, Weser und Jade) eingesetzt werden. Das Schiff ist benannt nach dem Bremer Kaufmann und Leiter der Brauerei Beck Hermann Marwede (1878-1959), der ein Leben lang die Seenotretter unterstützte und förderte. Der Bau des Kreuzers wurde durch seine Nachfahren ermöglicht.

Das imposante Model ist über 2 Meter lang und über 1 Meter hoch. Es ist aus Metall und wure mit viel Liebe zum Detail hergestellt. Jetzt arbeitet das Team des IMMH daran, in der Dauerausstellung einen würdevollen Platz für die „Hermann Marwede“ zu finden.  Bis es soweit ist, wird der Neuzugang im Foyer des Museums ausgestellt. Da dieser Bereich öffentlich zugänglich ist, können Sie gerne einfach vorbei kommen, um das Flaggschiff der Seenotretter im Maßstab 1:25 zu bewundern.

 

5. Oktober 2017

Binnenschifffahrt auf Deck 9

Seit gestern ist die Abteilung für Binnenschifffahrt der Dauerausstellung auf Deck 9 für unsere Besucher wieder offen. Sie wurde in den vergangenen Monaten gründlich überarbeitet, umgestaltet und erweitert.

Stauschleuse des Stechnitz-Kanals (1398-1900) auf Deck 9.

Binnenschifffahrt als Thema in einem maritimen Museum mag auf manchen Besucher auf den ersten Blick befremdlich wirken. Aber es war immer das Anliegen von Museumsgründer Peter Tamm, die Weltgeschichte der Schifffahrt darzustellen. Und da eben auch die Binnenschifffahrt dazu gehört und zudem sehr interessante Themen enthält, widmet sich nun wieder eine – wenn auch kleine – Abteilung im IMMH diesem spannenden Thema.

Seit vorgeschichtlicher Zeit nutzen Menschen Binnenwasserwege. Mit Flößen oder Fellbooten, später mit komplexer gebauten Holzfahrzeugen, trieben sie Handel, fischten, jagten oder überwanden weite Strecken. Weltweit entstanden wegen der geographischen Isolation vieler Regionen und der spezifischen Bedingungen der Flüsse und Ströme zahllose Boots- und Schiffstypen. Ihr gemeinsames Merkmal war das flache Rumpfprofil sowie die Antriebstechnik: Binnenschiffe wurden getreidelt (d.h. vom Ufer gezogen), gestakt, geschleppt, sie nutzten die Kraft des Windes oder der Strömung.

Binnenschifffahrt auf Deck 9.

Bis zum 16. Jahrhundert waren auf den großen Flüssen Europas Seeschiffe tief im Binnenland anzutreffen. Die Einführung des großen dreimastigen Schiffes (Karacke) jedoch erforderte Arbeitsteilung zwischen See- und Binnenfahrzeugen. Auch entwickelten sich die Seeschiffe in antriebstechnischer Hinsicht schnell weiter, wogegen die Binnenschifffahrt trotz der im 19. Jahrhundert entstandenen Konkurrenz der Eisenbahn nur langsam von Traditionen Abschied nahm. Auch die soziale Struktur wandelte sich kaum: Ein-Mann- und Familienbetriebe („Partikuliere“) prägen mit Gütermotorschiffen noch heute die Unternehmerkultur.

Möchten Sie mehr zum Thema lernen? Sie finden die Binnenschifffahrt-Abteilung bei uns auf Deck 9.